#ArgenZuela

 Die Zeit schreibt unter anderem:

In welchem Land der Welt würden Gewerkschafter eine Gehaltserhöhung von 31 Prozent ablehnen, auch wenn sie stufenweise erfolgen soll?

Tja, das ist leider komplett innerhalb meiner Erwartungen. Da die Inflation in Argentinien ja zumindest bei 25% liegt (2013) und für heuer derzeit realistische Prognosen von rund 30%-35% ausgehen, ist aus meiner Sicht leider noch immer von einem baldigem Zusammenbruch des Systems in Argentinien zu rechnen.

Die Auswirkungen sind permanent zu erkennen. Die Preise steigen trotz der sogenannten „eingefrorenen“ Preise für den Warenkorb, welcher rund 2.300  Produkte umfassen soll. Trotz der Zusage der Handelsketten (Walmart, Vea und andere), halten sich diese natürlich nicht an diese Zusagen. Die Auswirkung ist, dass eben diese regulierten Produkte dann ausverkauft sind. Und die Alternativen sind einfach sehr teuer. (Info meiner zugeheirateten Familie in Argentinien)

Da hilft die ganze Propaganda nichts.

Einerseits gibt es im Land des Himmels und der Sonne (Flagge von Argentinien) einige Wenige, welche viel besitzen. Diese Wenigen gehören klarerweise der politischen Elite und/oder der wirtschaftlichen Elite an. Andererseits gibt es erneut mehr und mehr Einwohner, welche nicht mehr viel haben.

Ein gutes Beispiel ist CFK und ihre Familie. Sie besitzen im Süden des Landes, in der Provinz Patagonien zumindest 3 Tourismus-Immobilien, und genügend Vermögen, um auch in den schwierigen Zeiten, welche sie auch zum Großteil mitzuverantworten haben, keine essentiellen Probleme zu haben.

Ein anderes Beispiel sind meine 4 Schwager in Argentinien. Einer davon ist Radiologe, muss aber 2 Jobs haben, damit er seine Familie über die Runden bringen kann. Der andere ist leitender Angestellter bei den Derechos Humanos der Provinz-Regierung in Santiago del Estero, arbeitet dann noch bei Bepe (eine Hilfsorganisation) und hat noch einen 3. Job. Damit geht es sich dann gerade mal so aus. Und das bei 3 Kindern und 1 Frau. Und meine Schwägerin hat, wie viele in der Provinz, ein kleines Kiosk zuhause. Damit kann sie ein bisschen dazuverdienen. Achja, dieser Schwager hat ein Einkommen von rund AR$4.500,- im Monat. Das sind sagenhafte ~€490,-. Dann gibt es noch einen Schwager, der arbeitet beim Gericht, als „Mädchen für alles“, soweit ich es verstanden habe. Irgendetwas zwischen Portier und Haustechniker. Der hat mit diesem Job auch um die AR$4.500,- im Monat. Aber er muss kein Haus bezahlen, das gehört schon seiner Familie, also seinem Vater. Denen geht es mit seinem Einkommen und der Rente seines Vaters ganz gut. Und zu guter Letzt, der letzte Schwager ist Busfahrer für Langstrecken. Er hat ein Einkommen von rund dem 4-5-fachen der anderen Schwager. Also irgendwo zwischen AR$17.000,-  (~€1.840,-) und AR$23.000,- (~€2.490,-). Dafür muss er auch oft wirklich lange mit dem Omnibus fahren. Manche Strecken sind bald mal 600km bis 1.500km. Damit ist er dann klarerweise auch gleich immer einige Tage unterwegs.

via Angst vor „Argenzuela“ > Zeit Online