Du bist nicht ganz so böse, aber wir denken trotzdem Du bist böse

Da habe ich in letzter Zeit ein bisserl etwas übersehen. Irgendjemand, und das ist diesmal nicht Snowden, hat das Dokument „Watchlisting Guidance – March 2013“ geleaked.

Du darfst da net rein

Du bist nicht ganz so böse, aber wir denken trotzdem Du bist böse

Dieses interne Handbuch des „National Counterterrorism Center (NCTC)“ legt Regeln fest wie, wodurch, weswegen man auf eine der „Du darfst da net rein-Listen“ der U.S.A. kommt. Wenn es eine der „Du bist nicht ganz so böse, aber wir denken trotzdem Du bist böse – Listen“ fängt es mit der „harmlosen“ Einreise-Penetration an.

Bildschirmfoto der Titelseite der Watchlisting Guidance – March 2013
Watchlisting Guidance – March 2013 – © 2014 First Look Productions, Inc.

Und auf die Liste kommt man ja ganz einfach. Du brauchst nur jemanden kennen der jemanden kennt. Das hilft Dir zwar hier in Österreich, aber vermutlich kennt fast jeder jemanden der jemanden kennt der tatsächlich ein verqueres Weltbild hat. Wobei, da kann man nicht einmal davon ausgehen, das der den man kennt, das mitbekommt. Die, die wirklich etwas in der Welt verändern wollen, und dabei auf sogenannte terroristische Mittel zurückgreifen, die lassen sich das in ihrer Umgebung eh nicht anmerken. Also, kurz gesagt, es ist nicht notwendig das „konkrete Tatsachen“ oder „unwiderlegbare Beweise“ vorliegen. Schnell gehört man dann zur relativ kleinen Gruppe der „Selektierten“ (~16.000). Diese sollten sich auf längere Reisezeiten einstellen. Denn, sie werden penetriert. Dazu gehört dass alle nur irgendwie greifbaren Daten von den Screenern gestohlen werden. Dazu gehören Kopien aller elektronisch lesbaren Teile (Mobiltelelfon, Kundenkarten, Kreditkarten), sowie auch die Zugangsdaten zu elektronischen Konten (Twitter, Facebook, E-Mail). Ich wage mich jetzt mal weit raus, mit der Definition Diebstahl, aber wenn dies ohne begründeten Verdacht passiert, ist es nichts anderes! Weiter geht es bei der Penetration natürlich mit der Abnahme von Fingerabdrücken und Netzhautscan. Mit Kombination all dieser Daten können die Diebe dann aber auch gleich im Namen des Penetrierten böse Sachen machen. Weil sie haben dann ja eh alles. Biometrische Daten, elektronische Daten und Gesprächsdaten.

„Wenn der begründete Verdacht der einzige Standard ist, den Sie brauchen, um jemanden zu kennzeichnen; dann ist es ein rutschiger Abhang, den wir hier hinunterrutschen, denn dann können Sie jeden mit allem kennzeichnen.“

Konkrete Fakten sind nicht notwendig

Seit dem 11. September 2001 Attentat (16 Personen auf der No-Transport-Liste) hat sich ein klitzekleine Steigerung ergeben. 2013 waren es dann erst 468.749 Neu-Nominierungen zu der „Du darfst da net rein – Liste„. Insgesamt darf man laut den Berichten von rund 680.000 Personen ausgehen. Auf der „No-Fly-Liste“ waren da auch schon 47.000 Personen.

Die Listen beruhen also auf doppelter Spekulation: KST ist schon, wer verdächtigt wird, verdächtig zu sein.

Und es geht dann gleich weiter, das nächste Dokument ist der Rechenschaftsbericht des NCTC. Zu der „Du darfst da net rein – Liste“ gibt es einen netten Bericht auf „The Intercept„. Da gibt es auch schöne Diagramme. Von wegen 280.000 Personen sind auf der Liste, weil sie zu „unbekannten terroristischen Vereinigungen“ gehören (könnten).

Für mich klingt das alles nach extremer Angst, und, mag die Angst begründet sein, oder auch nicht, die Maßnahmen sind extrem übertrieben.

via Internes Handbuch der US-Geheimdienste aufgetaucht – Politik – Süddeutsche.de.