Was ist bloß los mit unserer Welt?

Große Kriege, Amokläufer, immer mehr auf irgendeine Art fanatisierte Menschen, immer mehr Hass auf Fremde, immer mehr Hetzerei.
Sogar in meiner Heimatstadt hatten wir am 20. Juni 2015 einen Amokläufer.

Am 20. Juni 2015 war ich glücklicherweise nirgendwo in der Nähe von dem Amokfahrer. Auch von meiner Familie war niemand betroffen. Aber 1 Freund von mir war fast live dabei.
Schon mich hat das Ereignis sehr betroffen gemacht. Es ist mir unverständlich, wie man(n), wenn persönliche Probleme hat, diese an anderen Menschen auslassen kann, und sogar Wildfremde, die aber gar nichts dafür können, umbringen kann.

Ich mag auch nicht jede/n der/die mir unterkommen, aber das hat nichts mit irgendeiner Form von Gewalt zu tun.

Was wirklich erschreckend an dem Amoklauf in Graz war, ist nicht nur der Amoklauf selbst, schlimmer sind die Reaktionen, welche in den sozialen Medien, und in den Kommentaren bei den verschiedenen Zeitungen waren.
Wie kann man so kleingeistig sein?

Seither achte ich mehr auf derartige Äußerungen in meinem realen und virtuellen Umfeld, und schrecke auch nicht mehr davor zurück, derartige, hetzerische Äußerungen zur Anzeige zu bringen. (Bei Facebook eine Meldung zu machen bringt gar nix, weil selbst wenn die Äußerung mit Todesdrohungen versehen ist, finden die Super-Admins bei Facebook nichts, was deren Regeln widerspricht. Also Screenshot ans BKA)

Lieber Leser, liebe Leserin, ich verstehe das einfach nicht.

Ich bin für meine persönliche Aufarbeitung auch zum stillen Gedenkmarsch entlang der Route der Amokfahrt gegangen und den Marsch still mitgegangen. So wie viele Tausend andere Menschen auch. Leider hatte ich für ein paar Minuten in meiner Nähe 2 Damen. Die hatten nichts besseres zu tun, als sich permanent zu unterhalten. Das war irgendwie witzig auch noch, weil die größere der beiden Damen (~50 Jahre, kurze blonde Haare) die kleiner der beiden (~50 Jahre, dunkle Haare) während dem „niederreden“ auch noch abgedrängt hat. Jedenfalls habe ich das wirklich als sehr unpassend empfunden.
Insgesamt war der Marsch, das was ich mir erwartet habe. Mir ist es danach merkbar besser gegangen. Selbst die Ansprachen der Religionsvertreter und der Politiker waren hier einmal wirklich gut. Das ist eh selten genug der Fall.

Mich hat der Amoklauf und die darauf folgende Hetze jedenfalls sensibilisiert und auch zum Nachdenken gebracht.

Leider gibt es aber auch derzeit fast permanent Ereignisse, welche Radikalisierungen fördern. Die Zeltstädte für die Asylwerber. Anscheinend ein IS-Anwerber in einem Asylwerber-Zentrum. Der neue Bericht der Landesbehörden betreffend der möglichen Gefahren mit dem Hinweis auf verstärkte Radikalisierung in Richtung IS oder Rechtsradikal bei unseren Jugendlichen. (Artikel in der Kleinen Zeitung)
Leider gibt es die Sunnenseitn der Kleinen Zeitung nicht mehr, oder ich bin zu blöd sie zu finden.

Jedenfalls ist mein Motto nun noch mehr als zuvor, mich für ein gutes Miteinander, unabhängig der Herkunft oder der Religion einzusetzen. Am Besten dafür wäre eine wirklich säkulare Gesellschaftsordnung. Also eine wirkliche Trennung von Staat und Religion. Mit gleicher Rücksichtnahme oder Einschränkung für jede anerkannte Religion.

Und jede/r, welcher sich radikalen, fundamentalistischen und/oder undemokratischen Gruppen anschließt, muss dann halt auch dementsprechend mit den rechtlichen Konsequenzen rechnen. Da bin ich wirklich für kein Pardon.

Aber wichtiger ist dass wir irgendwie ein friedliches Zusammenleben schaffen. Dazu gehört auch einfach aufeinander zugehen, egal welche Farbe die Haut hat, oder ob man die Sprache gut spricht.

Sollen die, die immer über die „Ausländer“ schimpfen, einfach mal wohin auf Urlaub fahren, wo kein deutsch gesprochen wird. Und dann aber bitte fließend in der Landessprache und im regionalen Dialekt sprechen. Erst dann darf man vielleicht ein klein wenig schimpfen.

Und nicht vergessen, deutsche Sprache ist wirklich eine schwere Sprache.